REACH steht für Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe.

Registrierung

Registrierung heißt, dass von Produzenten und Importeuren verlangt wird, um Informationen über chemische Stoffe zu verschaffen, wenn diese in Mengen über 1 t/Jahr in der EU produziert oder in die EU importiert werden.

Was ist zu registrieren?

Es ist wichtig zu wissen, dass nur Stoffe – also keine Zubereitungen oder Enderzeugnisse registriert werden müssen.

Stoffe an sich oder in Zubereitungen

Stoffe an sich müssen registriert werden oder in Zubereitungen, wenn diese Stoffe in Mengen von >1t/Jahr produziert oder importiert werden

Polymere sind von der Registrierungspflicht befreit, aber Monomere in Polymeren müssen registriert werden, wenn die Konzentration bei mehr als 2 Gewichtsprozent liegt und die gesamte Jahresmenge bei > 1t/Jahr liegt.

Stoffe in Erzeugnissen

Stoffe in Erzeugnissen müssen registriert werden, wenn:

  • sie unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen freigesetzt werden, und
  • sie in Erzeugnissen in einer Gesamtmenge von > 1 t/J enthalten sind.

Um diese Jahresmenge zu ermitteln, muss die Menge des Stoffs in allen pro juristische Einheit erzeugten und importierten Produkten geprüft werden.

Stoffe in Erzeugnissen müssen der Agentur zuerst gemeldet werden, wenn:

  • die Stoffe den Kriterien eines CMR-Stoffes (kanzerogen, mutagen und reprotoxisch), eines PBT-Stoffes (persistent, bioakkumulierend und toxisch) oder eines vPvB-Stoffes (sehr persistent und sehr bioakkumulierend) entsprechen;
  • der Stoff in einem Erzeugnis mit einer Menge von > 1t/Jahr enthalten ist,
  • die Konzentration bei über 0,1 Gewichtsprozent liegt; und
  • Aussetzung nicht ausgeschlossen werden kann

Die Agentur kann beschließen, dass eine Registrierung erforderlich ist, wenn es “Gründe für die Annahme” gibt, dass der freigesetzte Stoff eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt darstellt.

Bewertung

Eine Bewertung ermöglicht den regulierenden Behörden zu beurteilen, ob die von der Industrie gelieferten Informationen den Anforderungen entsprechen, um dann zu entscheiden, ob weitere Tests erforderlich sind. Für Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt darstellen können, werden zusätzliche Informationen verlangt. Aufgrund der von der Industrie gelieferten Informationen, können die Behörden beschließen, dass die Verwendung eines bestimmten Stoffs beschränkt werden sollte.

Die Kommission wird einen dreijährigen fortlaufenden Aktionsplan erstellen, in dem die Stoffe genannt werden, die als Erstes bewertet werden sollen. Die Aufnahmekriterien sind dabei Gefahr, Aussetzung und Tonnage.

Zulassung

Der Zulassungsprozess beginnt mit der Identifizierung der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC). Dies wird von den EU Mitgliedstaaten gemeinsam mit der ECHA (der Europäischen Chemikalienagentur) durch Aufnahme der Stoffe in die sog. Kandidatenliste vorgenommen. Auf die Identifizierung folgt die Priorisierung der Stoffe auf der Kandidatenliste. Die ECHA unterbreitet der Europäischen Kommission eine Empfehlung bezüglich welcher Stoffe mit Priorität einzuschränken sind. Die Kommission stützt sich dann auf diese Empfehlung, um zu entscheiden, ob ein Stoff verboten wird, indem er in Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen wird. Nach seiner Aufnahme müssen Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender eine Zulassung für eine spezifische Verwendung des Stoffs beantragen.

Um die 2000 Stoffe kommen für eine Aufnahme in die Kandidatenliste in Betracht. Allerdings findet diese Aufnahme schrittweise statt. Die erste Liste mit Stoffen die möglicherweise verboten werden, wurde im Oktober 2008 veröffentlicht und umfasst 15 Stoffe. Sie wird zweimal jährlich aktualisiert, im Dezember und Juni. Die Liste hat noch keinen Verbotscharakter und die Verwendung der aufgelisteten Stoffe kann fortgesetzt werden. Sobald der Stoff auf der Kandidatenliste steht, gibt es jedoch mit sofortiger Wirkung verschiedene Verpflichtungen.

Beschränkungen

Ab dem 1. Juni 2009 trat das REACH-Beschränkungsverfahren in Kraft. Mitgliedstaaten oder die ECHA (im Namen der Kommission) können ein Verfahren einleiten, um die Herstellung, das Inverkehrbringen oder die Verwendung eines chemischen Stoffs einzuschränken. Jeder Stoff gesondert, in einer Zubereitung oder in einem Produkt kann von gemeinschaftsweiten Beschränkungen betroffen sein, wenn er unannehmbare Risiken für die Gesundheit oder Umwelt darstellt. Die Kommission arbeitet gegenwärtig an der Beschränkung verschiedener Stoffe. Beschränkungen können entweder für die Verwendung eines Stoffs in bestimmten Produkten, für die Verwendung durch den Verbraucher oder für alle Verwendungsarten (vollständiges Verbot eines Stoffs) gelten.